Faktorprofil lifecycle_co2e_v0.1

CO2-Emissionsfaktoren: Methodik und Quellen

Unsere CO2-Intensität ist ein modelliertes Lebenszyklus-Signal: vorhergesagter Erzeugungsmix je ENTSO-E-Produktionstyp, multipliziert mit einem Emissionsfaktor. Diese Seite sagt, welche Faktoren das sind, woher sie stammen und wo sie Näherungen bleiben.

Was diese Zahl ist – und was nicht

CO2e umfasst die in den zugrunde liegenden Lebenszyklusanalysen betrachteten Treibhausgase als CO2-Äquivalente. Es sind deshalb keine reinen Schornstein-Emissionen, sondern eine vereinfachte Lebenszyklus-Perspektive inklusive Brennstoffbereitstellung und Infrastruktur, soweit in der jeweiligen Referenz enthalten.

Das Ergebnis ist ein eigenes, modelliertes Vergleichs- und Optimierungssignal. Es ist weder ein Messwert noch ein amtlicher Emissionswert und ohne weitere Bilanzierungsregeln kein geprüfter Scope-2-Faktor.

Quellen

Faktorprofil lifecycle_co2e_v0.1

Die operativ angewendeten Werte. Die API veröffentlicht dieselbe Tabelle im Feld co2.assumptions – direkt aus der Konstante, die auch gerechnet wird, damit veröffentlichte Annahme und Berechnung nicht auseinanderlaufen können.

Modellkategorie Faktor Quellenstatus Herleitung und Einschränkung
wind12IPCC-adaptiertIPCC-Median: Onshore 11, Offshore 12. Da die Modellkategorie beide ENTSO-E-Typen zusammenfasst, verwendet v0.1 einheitlich 12.
solar35Projekt-ProxyKein direkt übernommener Quellenwert. IPCC-Mediane: CSP 27, PV Dach 41, PV Freifläche 48. ENTSO-E B16 trennt diese Technologien nicht; 35 ist ein vereinfachter Repräsentativwert innerhalb der Literaturbandbreite.
hydro24IPCC-MedianIPCC-Median für Wasserkraft. Die IPCC-Bandbreite ist wegen standort- und reservoirspezifischer Emissionen sehr groß. Laufwasser, Speicher und Pumpspeicher werden im Modell nicht mit eigenen Faktoren getrennt.
nuclear12IPCC-MedianIPCC-Median für Kernenergie.
biomass230IPCC-MedianIPCC-Median für dedizierte Biomasse/CHP. Der Wert ist stark von Rohstoff, Landnutzung, biogenem Kohlenstoff und Bilanzierungsregeln abhängig.
waste330Projekt-ProxyKein direkt übernommener IPCC-Median. Abfallzusammensetzung, fossiler Anteil, Wirkungsgrad, Wärmenutzung und vermiedene Entsorgung führen zu stark unterschiedlichen Ergebnissen. 330 ist ein Modellparameter, kein allgemeingültiger Abfallstrom-Faktor.
gas490IPCC-Median mit grober ZuordnungIPCC-Median für Erdgas-GuD. Der Projekt-Bucket enthält derzeit auch ENTSO-E B06 Öl, B07 Ölschiefer und B08 Torf; für diese Untertypen ist 490 nur ein Proxy und tendenziell eher zu niedrig.
coal820IPCC-Median mit grober ZuordnungIPCC-Median für Kohle/PC. Im Projekt zusammengefasst: Braunkohle, kohlederiviertes Gas und Steinkohle. Ein gemeinsamer Faktor bildet deren Unterschiede nicht ab.
geothermal38IPCC-MedianIPCC-Median für Geothermie. Standort- und anlagenspezifische direkte Emissionen können abweichen.
other_renewable45Projekt-ProxyKein direkt übernommener Quellenwert. Sammelkategorie für Marine und sonstige Erneuerbare; die enthaltenen Technologien sind heterogen.
other450Projekt-FallbackKein direkt übernommener Quellenwert. Wird für unbekannte/sonstige Erzeugung und derzeit auch B25 Energy Storage verwendet. Speicherstrom müsste fachlich eigentlich die Intensität des Ladestroms zuzüglich Verlusten erben; 450 ist nur ein konservativer technischer Fallback.

IPCC-Median heißt, der Wert entspricht direkt dem genannten Median. IPCC-adaptiert heißt, es wurde eine dokumentierte Kategorienaggregation vorgenommen. Projekt-Proxy und Projekt-Fallback sind keine extern publizierten Standardfaktoren.

Berechnung und Systemgrenze

Die heimische Erzeugungsintensität einer Stunde ist das mit der Erzeugung gewichtete Mittel der Faktoren:

domestic_intensity = sum(generation_mw[technology] * factor[technology])
                     / sum(generation_mw[technology])

Das verbrauchsbasierte Signal kombiniert den heimischen Restmix mit positiven physischen Importen. Die Importintensität wird aus direkt angrenzenden Zonen nach derselben Faktorlogik modelliert. Das ist eine Ein-Hop-Zuordnung, keine vollständige Flow-Tracing- oder Herkunftsnachweisrechnung.

Nicht oder nur vereinfacht enthalten sind:

Verhältnis zu Scope 2

Das GHG Protocol unterscheidet location-based und market-based Scope-2-Werte und stellt eigene Anforderungen an Datenhierarchie, Vertragsinstrumente und Residualmixe.

lifecycle_co2e_v0.1 ist ein stündliches, konsumptionsnahes Lifecycle-Modellsignal für Prognose und Lastverschiebung. Es darf nicht als „offizieller Scope-2-Faktor“, „zertifizierter Unternehmensfaktor“ oder „exakte CO2-Emission des verbrauchten Stroms“ bezeichnet werden.

Zulässige Kurzbeschreibung:

Modellierte, verbrauchsbasierte Lebenszyklus-Treibhausgasintensität des
Strommixes inklusive geschätztem Importeffekt (gCO2e/kWh).

Versionierung und Reproduzierbarkeit

Ändern sich Faktoren oder Zuordnungen, wechselt das Profil seine Version. Historische Ergebnisse bleiben dem Profil zugeordnet, mit dem sie berechnet wurden.

Jede API-Antwort führt unter co2.assumptions das angewendete Profil, die Faktoren mit Quellenstatus und die Modellversion mit; der Ausgabezeitpunkt der Prognose steht in source.co2.updated_at. Damit lässt sich jeder archivierte Wert später eindeutig dem Stand zuordnen, der ihn erzeugt hat.

Vor einer belastbaren Genauigkeitsaussage sind mindestens noch offen: